In Lwiw, weit entfernt von der Front, fahren Straßenbahnen, öffnen Cafés und werden Hochzeiten gefeiert. Doch der Krieg ist allgegenwärtig. Trauerzüge ziehen durch die Straßen, eine Militärkapelle spielt bei Beerdigungen, und auf dem Friedhof entstehen immer neue Gräber. Während die Jahreszeiten wechseln, stehen vertraute Alltagsrituale neben den wiederkehrenden Zeremonien des Abschieds.
Der Dokumentarfilmer Vitaly Mansky kehrt in seine Heimatstadt zurück und beobachtet über einen längeren Zeitraum, wie sich das Leben zwischen Normalität und Verlust bewegt. Seine ruhige Kamera zeigt eine Stadt, in der Freude und Trauer dieselben Straßen teilen und ein Raketenangriff jeden scheinbar friedlichen Morgen unterbrechen kann. Der Titel bezeichnet die Zeit, die eine Rakete bis zu ihrem Ziel braucht – eine Zeitspanne, die den Alltag von Millionen Menschen prägt. Ohne einfache Antworten oder dramatische Kommentare fragt TIME TO THE TARGET, was Normalität bedeutet, wenn die Trauer zum festen Bestandteil des Lebens wird. Der Film feierte 2025 in der Berlinale-Sektion Forum Premiere.
