Als Serhij in ein Internat für gehörlose Jugendliche kommt, merkt er schnell, dass dort eine Gang namens „Tribe“ das Sagen hat. Um dazuzugehören, lässt er sich auf Diebstahl, Gewalt und Ausbeutung ein und gewinnt nach und nach das Vertrauen der Anführer. Doch als er sich in Anja verliebt, die ebenfalls in die Geschäfte der Gruppe verwickelt ist, gerät er zunehmend in Konflikt mit deren Regeln.
Regisseur Myroslav Slaboshpytskyi erzählt die gesamte Geschichte in ukrainischer Gebärdensprache, ohne gesprochene Dialoge, Untertitel oder Kommentar. Alle Rollen werden von gehörlosen und schwerhörigen Laiendarstellern gespielt. Lange, ungeschnittene Einstellungen lassen Gesten, Blicke und Bewegungen für sich sprechen. Auch auf Filmmusik wird verzichtet.
THE TRIBE wurde 2014 in Cannes mit drei Preisen ausgezeichnet. Der Film erzählt auf eindringliche und oft brutale Weise von Zugehörigkeit, Macht und dem Versuch, sich gegen eine Gruppe zu stellen. Ohne die üblichen Erklärungen müssen wir genau hinsehen, um zu verstehen, was zwischen den Figuren passiert.
